Dr. Hans Morschitzky

Klinischer und Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut (Verhaltenstherapie und Systemische Familientherapie)

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Angst und Sorgen die Macht nehmen. Selbsthilfe bei Generalisierter Angststörung

Ostfildern: Patmos Verlag. Erscheinungsdatum: August 2017

 

Einleitung

 

  

Es ist ganz normal, sich Sorgen zu machen um das, was man liebt und was einem wichtig ist: um die Angehörigen und deren Wohlergehen, um die eigene Befindlichkeit, um die momentane und die zukünftige Lebenssituation, um die nähere und die weitere Umwelt, gerade auch angesichts des Umstands, wie es heutzutage bei uns und anderswo zugeht. Wenn die ängstliche Besorgtheit um das Wohlergehen in der Zukunft so weit ausufert, dass die Lebensqualität in der Gegenwart zunehmend darunter leidet und die schulische, berufliche, soziale und sonstige Funktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigt ist, spricht man von einer generalisierten Angststörung – einer Sorgenkrankheit.

2,2 Prozent der deutschen Bevölkerung – zweimal mehr Frauen als Männer – leiden innerhalb eines Jahres unter dieser Störung, die dadurch charakterisiert ist, dass die Betroffenen ihre andauernde übermäßige ängstliche Besorgtheit in Bezug auf vielfältige Aspekte des Lebens nicht unter Kontrolle bekommen. Die Störung wird deshalb „generalisiert“ genannt, weil die ständigen Ängste und Sorgen sich auf alle möglichen Lebensbereiche erstrecken und nicht eingeschränkt sind auf eine bestimmte Thematik wie Krankheitsängste, soziale Ängste oder Trennungs- bzw. Verlustängste.

Ständiges ängstliches Sich-Sorgen führt – im Gegensatz zu akut auftretenden Panikattacken – zu einer körperlichen Dauerverspannung, deretwegen die Betroffenen oft von Arzt zu Arzt gehen, ohne dass die psychische Grundkrankheit erkannt und behandelt wird. Nicht selten wird die Fehldiagnose einer Depression, einer Panikstörung oder eines Erschöpfungssyndroms gestellt. Aufgrund des Umstands, dass mehr als vier Fünftel der Betroffenen im Laufe der Zeit auch noch andere psychische Störungen bekommen, ist die Diagnosestellung in der klinischen Praxis allerdings gar nicht so leicht.

Oft leiden nicht nur die Betroffenen unter der unkontrollierbaren Sorgenspirale im Gehirn, sondern auch die Angehörigen, weil sie sich davon genervt fühlen. Was kann man tun, wenn man sich selbst und auch andere mit ständigen Ängsten und Sorgen fertigmacht?

Die wenigsten Betroffenen denken an eine Psychotherapie, am ehesten noch an Medikamente. Früher wurden oft Beruhigungsmittel (Tranquilizer) verschrieben, die langfristig abhängig machen, gegenwärtig gelten Antidepressiva als die Mittel der Wahl. Viele Menschen mit einer generalisierten Angststörung stehen jeder Behandlung skeptisch gegenüber. Typisch sind folgende Fragen: Kann man sich ändern, wenn man schon immer so war? Hilft es wirklich, mit einem Psychotherapeuten über die grundlosen Sorgen zu reden oder entsprechende Bücher zu lesen, wenn man ohnehin gerne anders wäre, aber es trotz aller Anstrengungen bislang nicht geschafft hat?

Werden Sie von ständigen unkontrollierbaren Ängsten und Sorgen gequält? Dann hat Ihr Problem jetzt einen Namen, und man kann es auch erfolgreich behandeln, jedenfalls viel besser als früher. Dieses Buch möchte Ihnen und allen anderen Betroffenen sowie auch Ihren Angehörigen Mut machen. Veränderung ist möglich! Sie müssen kein anderer Mensch werden; es reicht, wenn Sie mit dem Problem Ihrer überängstlichen Besorgtheit besser umgehen können.

Dieser Ratgeber gibt Antwort auf drei zentrale Fragen: Was sind normale Ängste und wann werden Sorgen um zukünftiges Unglück krankheitswertig? Woher kommt es, dass die einen in der Zukunft ein Problem und eine Gefahr und die anderen eine Hoffnung und eine Chance sehen? Was kann man tun, wenn man erkennt, dass die unrealistischen Sorgen ein krankheitswertiges Ausmaß annehmen?

Teil 1 dieses Buches informiert über normale und gesunde Sorgen sowie über krankheitswertige ängstliche Besorgtheit.

Teil 2 eröffnet einen Einblick in die tieferen Ursachen und unmittelbaren Auslöser einer generalisierten Angststörung.

Teil 3 bietet ein Selbsthilfeprogramm in sieben Schritten an.

 

Ich bedanke mich bei Frau Dr. Christiane Neuen vom Patmos Verlag für ihr hohes Engagement im Interesse einer besseren Verständlichkeit und leichteren Lesbarkeit des Buches.

 

Für Rückmeldungen zu diesem Buch bin ich Ihnen dankbar. Alle Daten dazu finden Sie auf meiner Homepage www.panikattacken.at.

 

 

 

Hans Morschitzky