Klinischer und Gesundheitspsychologe
Psychotherapeut (Verhaltenstherapie und Systemische Familientherapie)
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Psychotherapie
Ratgeber. Ein Wegweiser zur seelischen Gesundheit.
Wien: Springer. 251 Seiten. € 24,95.
Buchaufbau
Inhaltsverzeichnis
1.
Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Psychotherapie
Die
Entwicklung der Psychotherapie
Die Situation der Psychotherapie
in Deutschland
Ärztliche Psychotherapeuten
Psychologische Psychotherapeuten
Heilpraktiker
Psychotherapie in der gesetzlichen
Krankenversicherung
Finanzierung von Richtlinien-Verfahren
Leistungsumfang
Antrags-, Konsiliar- und Gutachterverfahren
Kosten und Verrechnung psychotherapeutischer Leistungen
Novellierung der Psychotherapie-Richtlinien
Gut ausgebautes Versorgungssystem
Die Situation
der Psychotherapie in Österreich
Das österreichische Psychotherapiegesetz
Staatlich anerkannte
Psychotherapiemethoden
Im Vergleich zu Deutschland große
Methodenvielfalt
Kriterien einer methodenspezifischen
Ausrichtung
Kriterien einer
psychotherapeutischen Ausbildungseinrichtung
Weitere
psychosoziale Ausbildungsmöglichkeiten
Psychotherapie in der gesetzlichen
Krankenversicherung
Psychotherapie als Pflichtleistung der Krankenkassen –
dennoch keine Verträge
Seit 1992 gleich gebliebener Kostenzuschuss
Notdürftige Übergangslösungen einer psychotherapeutischen
Grundversorgung
Die Zukunft der Psychotherapie:
Methodenintegration statt Methodenstreit
Der Methodenstreit der
Vergangenheit
Integrative
Psychotherapie-Konzepte
Technischer Eklektizismus
Theoretische
Methodenintegration
Integratives Vorgehen auf
der Basis einer ausgewiesenen Methode
Auf dem Weg zu einer allgemeinen
Psychotherapie?
Ressourcenaktivierung
Problemaktualisierung
Aktive Problembewältigung
Motivationale Klärung
2.
Wesensmerkmale der Psychotherapie
Umfassende
Beschreibung von Psychotherapie
Wirkfaktoren der Psychotherapie
Die therapeutische Beziehung als zentraler
Wirkfaktor
Aktive Mitarbeit des Patienten
Allgemeine Wirkfaktoren
Spezifische Wirkfaktoren
Wirksamkeit
der Psychotherapie
Naturalistische
Studien
Experimentelle
Studien („Laborstudien“)
Effekte
unterschiedlicher Psychotherapiemethoden
Effekte
unterschiedlicher Therapiedauer
Misserfolge in
der Psychotherapie
Zusammenarbeit zwischen
Psychotherapeuten und Ärzten
Kriterien hilfreicher
Psychotherapie
3.
Anwendungsbereiche der Psychotherapie
Psychische und psychosoziale
Probleme ohne Krankheitswertigkeit
Psychische Störungen nach dem
Diagnoseschema ICD-10
Psychiatrische Diagnosecodes mit
Diagnose-Kriterien im Überblick
Beängstigende Häufigkeit
psychischer Störungen
Jeder Vierte leidet unter einer
psychischen Störung
Angststörungen sind oft „Einstiegsstörungen“
in psychische
Erkrankungen
Depressionen auf dem Vormarsch
Viele andere psychische Störungen
erschweren das Leben
Was die Zahlen sonst noch sagen
Folgen psychischer Erkrankungen
Fragebogen: Unter welchen
Beschwerden leiden Sie?
4.
Verlauf der Psychotherapie
Vorbereitungsphase
der Psychotherapie
Suche nach einem
Psychotherapeuten
Therapeutensuche im Internet
Deutschland
Österreich
Anmeldung zur
Psychotherapie
Hilfreiche
Fragen vor der Psychotherapie
Eigenständige
Problemanalyse
Anfangsphase der Psychotherapie
Erstgespräch
Hilfreiche Fragen des Patienten an den
Therapeuten
Wichtige Fragen des Therapeuten an den
Patienten
Wichtige Fragen nach dem Erstgespräch bzw.
nach den Probesitzungen
Arbeitsphase
der Psychotherapie
Endphase der
Psychotherapie
Hilfreiche Fragen am Ende der
Psychotherapie
5.
Spezielle Fragen bei einer Psychotherapie
Welche Therapie ist die
richtige?
Stationäre oder
ambulante Therapie?
Ursachenzentrierte
oder lösungsorientierte Therapie?
Kurz- oder Langzeittherapie?
Kurze oder
längere Sitzungsabstände?
Einzel- oder
Gruppentherapie?
Einzeltherapie
oder Paar- bzw. Familientherapie?
Einzeltherapie
des Kindes oder Familientherapie?
Psychopharmakotherapie
neben der Psychotherapie?
Tranquilizer
Antidepressiva
Neuroleptika
Welcher Therapeut ist der
passende?
Therapeutin
oder Therapeut?
Ärztlicher,
psychologischer oder nichtakademischer Psychotherapeut?
Jüngerer oder
älterer Therapeut?
Therapeut mit
Spezialisierung oder Allroundler?
6.
Probleme und Gefahren in der Psychotherapie
Häufige Probleme
Heilsame Krisen
Therapieabbruch und
Therapeutenwechsel
Belastungen und negative Folgen
für Angehörige
Häufige Gefahren
Abhängigkeit
Grenzüberschreitungen,
Verliebtheit und Sex in der Therapie
7.
Methoden der Psychotherapie
Psychoanalytische Methoden
Psychoanalyse
Gruppenpsychoanalyse
Individualpsychologie
Analytische
Psychologie
Tiefenpsychologisch
fundierte Methoden
Katathym
Imaginative Psychotherapie
Hypnosepsychotherapie
Autogene
Psychotherapie
Transaktionsanalytische
Psychotherapie
Daseinsanalyse
Dynamische
Gruppenpsychotherapie
Konzentrative
Bewegungstherapie
Vegetotherapie
Bioenergetische
Analyse
Biodynamische
Psychologie
Primärtherapie
Humanistisch-existenzielle
Methoden
Klientenzentrierte
und Personenzentrierte Psychotherapie
(Gesprächspsychotherapie
nach Rogers)
Gestalttherapie
Integrative
Therapie
Psychodrama
Logotherapie
und Existenzanalyse
Positive
Psychotherapie
Neurolinguistisches Programmieren
Transpersonale Psychotherapie
Systemische Therapie
Geschichtliche Aspekte der Systemischen Familientherapie
Der Weg zur modernen Systemischen Therapie
Überwindung
der „Kybernetik 1. Ordnung“
„Kybernetik
2. Ordnung“ als Folge des radikalen Konstruktivismus
Sich
selbst erzeugende (autopoietische) Systeme
Das
Grundproblem ist nicht das Familiensystem,
sondern
das Problemsystem
Reflecting
Team
Lösungsorientierte
Kurztherapie
Therapeutische
Aspekte der Systemischen Therapie
Verhaltenstherapie
Die Anfänge: Methodologischer Behaviorismus und Lerntheorien
Kognitive Wende: die Kognitive Verhaltenstherapie
Selbstmanagement-Ansatz
8.
Grenzbereiche der Psychotherapie
Berufliche
Abgrenzungen
Psychotherapie und andere Psycho-Berufe
Grenzziehung zwischen Beratung und
Psychotherapie
Behandlungen
ohne Psychotherapieanspruch
Psychologische Beratung und
klinisch-psychologische Behandlung
Kreativitätsbezogene Therapieformen
Musiktherapie
Tanztherapie
Kunst- und Gestaltungstherapie
Drama- und Theatertherapie
Poesietherapie, Bibliotherapie, Märchentherapie
Spieltherapie
Körperbezogene Therapieformen
Feldenkrais-Methode
Funktionelle Entspannung
Atem- und Entspannungstechniken
Andere Techniken
„Alternativer“ Psycho-Markt und esoterisch-spirituelle
Verfahren
Schlusswort
Literaturverzeichnis
Vorwort
Es ist eine traurige Tatsache:
Jeder vierte Bürger leidet an einer psychischen Störung. Im Laufe eines Jahres ist
jeder dritte, im Laufe des Lebens sogar jeder zweite Bürger eine Zeitlang von
einer seelischen Erkrankung betroffen. Neben der in vielen Fällen sinnvollen
oder gar unbedingt notwendigen Einnahme von Psychopharmaka besteht die
angemessene Behandlung in einer Psychotherapie.
Man
muss nicht „seelisch gestört“ sein, wenn man in Psychotherapie geht.
Psychotherapeuten müssen nur dann eine Diagnose, also eine krankheitswertige
Störung, feststellen, wenn ihre Patienten Leistungen vonseiten der
Krankenkassen beanspruchen möchten. Die Krankenkassen fühlen sich nur dann
zuständig, wenn ihre Versicherten krank sind im Sinne einer regelwidrigen
Störung.
Es gibt
daneben noch viele andere Gründe für eine Psychotherapie: die Klärung
familiärer, partnerschaftlicher und beruflicher Probleme, die fachliche
Unterstützung in Krisensituationen, die Neuorientierung in Übergangsphasen des
Lebens, die bessere Selbsterkenntnis auf dem Hintergrund der eigenen
Lebensgeschichte, die Aufdeckung der tieferen Ursachen der vordergründigen
Symptome, die Aufarbeitung unbewältigter Erlebnisse in der Vergangenheit, die
Weiterentwicklung der Persönlichkeit, die Entfaltung vorhandener Talente u.a.
Menschen
mit psychischen, psychosozialen und psychosomatischen Problemen finden
zahlreiche Behandlungsangebote vor. Der so genannte „Psycho-Markt“ ist im Laufe
der letzten Jahrzehnte selbst für Fachleute immer unüberschaubarer geworden.
Seriöse und zweifelhafte Angebote bestehen nebeneinander. Es gibt diesbezüglich
zu wenig allgemein verständliche Überblicksliteratur.
Gerne
habe ich die Einladung des Verlages Springer, Wien, vertreten durch Herrn
Dieses
Buch versteht sich als Wegweiser auf der Suche nach der richtigen
Psychotherapie und dem richtigen Psychotherapeuten, aber auch als
Orientierungshilfe bei vielen Fragen im Rahmen einer bereits laufenden
Psychotherapie. Es möchte über die Situation der Psychotherapie in Deutschland
und Österreich ebenso informieren wie über die verschiedenen Methoden, Randgebiete,
Möglichkeiten und Grenzen einer Psychotherapie. Die Situation der
Psychotherapie in der Schweiz bleibt unerwähnt, um das Buch inhaltlich nicht zu
überladen.
Im
Mittelpunkt des Buches steht die Psychotherapie bei Erwachsenen in der freien
Praxis. Die Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen, im stationären Bereich
und in öffentlichen Beratungseinrichtungen wird nur am Rande erwähnt.
Viele
Wege können zum gleichen Ziel führen. Die zahlreichen Psychotherapieverfahren
vermitteln oft den Eindruck von widersprüchlichen Vorgangsweisen im Umgang mit
denselben Problemen. Hier ist ein Hinweis wichtig: Tatsächlich intervenieren in
der klinischen Praxis erfahrene Therapeuten oft ähnlicher, als es nach deren
unterschiedlicher theoretischer Ausrichtung erscheinen mag.
Ich
habe diesen Ratgeber aus der Sicht des klinischen Praktikers geschrieben. Als
Klinischer Psychologe und Psychotherapeut mit Ausbildung in Verhaltenstherapie
und Systemischer Familientherapie bin ich seit 23 Jahren in der
Landes-Nervenklinik in Linz, Österreich, und seit zwei Jahrzehnten in freier
Praxis tätig.
Meine
Erfahrungen im Beruf und in der Ausbildung haben mein Denken und
therapeutisches Handeln geprägt. Bestimmten Psychotherapiemethoden eher als
anderen verpflichtet, möchte ich dennoch so objektiv wie möglich über die
Vielfalt der verschiedenen Wege zur seelischen Gesundheit berichten.
Einige
persönliche Anmerkungen sollen meine integrative Therapie auf der Basis der
kognitiven Verhaltenstherapie veranschaulichen. Das Konfliktmodell der
Psychoanalyse, die systemische Sichtweise von Problemen und lösungsorientierte
Kurzzeittherapiemodelle stellen neben dem verhaltenstherapeutisch orientierten
Selbstmanagement-Ansatz von Kanfer, Reinecker und Schmelzer die Grundlage
meines psychotherapeutischen Vorgehens dar.
Meine
ersten psychotherapeutischen Seminare habe ich bereits in den 1970er-Jahren als
Psychologie-Student absolviert, und zwar eine zweijährige analytische
Selbsterfahrungsgruppe, weil ich ursprünglich vom Traum einer psychoanalytischen
Ausbildung beseelt war, und anschließend eine Grundausbildung in
klientenzentrierter Gesprächspsychotherapie. Im Falle einer weiteren
Psychotherapie-Ausbildung würde ich am liebsten eine Hypnotherapie-Ausbildung
absolvieren. Durch meinen Behandlungsschwerpunkt auf Angststörungen und
psychosomatischen Störungen (vor allem somatoformen Störungen, Schmerz- und
Essstörungen) bin ich auch an körpertherapeutischen Strategien interessiert.
Aus sprachlichen
Gründen habe ich die männliche Form „Psychotherapeut“ und „Patient“ gewählt –
wohl wissend, dass sowohl unter den Psychotherapeuten als auch unter den
Psychotherapie-Patienten die Frauen die Mehrheit darstellen. Statt „Klient“
habe ich mich für das Wort „Patient“ entschlossen, denn es drückt aus, dass es
sich in der Psychotherapie um leidende Menschen handelt.
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Linz, im Juni 2006 |
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