Dr. Hans Morschitzky

Klinischer und Gesundheitspsychologe

Psychotherapeut (Verhaltenstherapie und Systemische Familientherapie)

A-4040 Linz, Hauptstraße 77  Tel. 0043 732 77 86 01  E-Mail: morschitzky@aon.at 

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Panik

Wenn Angst ein so extremes Ausmaß annimmt, dass es zum Zusammenbruch des gesamten geordneten Denkens und Handelns kommt, spricht man von Panik. In bestimmten Katastrophensituationen (Erdbeben, Großbrand, Terroranschlag) wird Angst gewöhnlich zur Panik.

Panik im Sinne eines katastrophenbedingten Massenphänomens ist eine akute Angstreaktion mit verminderter Selbstkontrolle, die zu Fluchtverhalten ohne Rücksicht auf soziale Aspekte führt. Es erfolgt eine blinde, unüberlegte und unorganisierte Flucht, solange noch die Möglichkeit dazu gegeben ist. Der Ausfall von Fluchtmöglichkeiten ist nach sozialpsychologischen Studien verantwortlich für die Entstehung von Panik in Menschenmengen.

Das größte Ausmaß an Panik ist dann gegeben, wenn eine mittlere Wahrscheinlichkeit besteht, der Situation zu entkommen. Dies erklärt das ständige Auf-dem-Sprung-Sein vieler Angstpatienten, wenn sie in einer Angstsituation eine Fluchtmöglichkeit sehen (die Vorstellung von Flucht aktiviert zur Flucht).

Bei fehlender Fluchtmöglichkeit (Verschüttung durch Hauseinsturz oder Lawinenunglück, Absturz in eine Gletscherspalte, Eingeschlossensein durch versperrte Türen usw.) wird man oft ganz ruhig und wartet auf Hilfe oder auf den Tod. In ähnlicher Weise werden viele Angstpatienten entspannter, wenn sie in einer Angstsituation auf die Suche nach einer Fluchtmöglichkeit verzichten, d.h. wenn sie sich bewusst zum Ausharren entschließen.

Der Begriff der Panikattacke als akuter Angstanfall im Sinne eines klinischen Syndroms bedeutet eine Einengung auf eine individuelle Symptomatik. Hier fühlen sich Menschen bedroht durch massive Symptome ihres eigenen Körpers (Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Erstickungsgefühle, Flimmern vor den Augen, Taubheits- und Kribbelgefühle usw.), sodass sie oft glauben, sterben zu müssen, obwohl sie gesund und äußerlich nicht bedroht sind.

 

Dieser Text stammt aus meinem Buch „Angststörungen“. Wenn Ihnen dieser Text gefallen hat, empfehle ich Ihnen den Kauf des ganzen Buches (Bestellung durch Anklicken des Buchtitels):

Morschitzky, H. (2009). Angststörungen. Diagnostik, Konzepte, Therapie, Selbsthilfe. Wien: Springer. 731 S. € 69,90.